
Autor: goldmund100
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Sevilla Geschichte, Spanien
Der Legende nach wurde Sevilla von Herakles gegründet, doch scheint es glaubwürdiger, dass der Sieg der Römer über die Katharger dem Römischen Reich die Stadttore öffnete, das, auf Verlangen von Julius Caesar, die Einwohner der antiken Stadt Hispalis im Jahr 45 v.Chr. zu Bürgern von Rom erklärte und das Christentum in Andalusien verbreitete.
Auf die Invasion der Westgoten und die schonungslose Plünderung Sevillas im Jahr 426 n.Chr. folgten Jahrhunderte kultureller und wirtschaftlicher Entwicklung, die mit der Ankunft der Araber und der Dynastie der Almohaden, die die Stadt zur Hauptstadt des Kalifats von Cordoba erklärten, bald schon Vergessenheit geriet.
Während dieser Epoche erlebte Sevilla ihre Glanzperiode, die in dem Bau der Festung Alcázar, der spektakulären Moschee, des berühmten Minaretts (die Giralda) und des Torre de Oro, des Goldturms zum Ausdruck kam.
Durch die Invasion von Ferdinand III. von Kastilien (1248) wurde Sevilla erneut zum Christentum bekehrt und die noch heute bestehende, einzigartige Kathedrale an dem Ort der Moschee errichtet, während Alcázar zum Sitz des Reiches von Kastilien und zum Emblem der erfolgten Reconquista wurde.
Die Entdeckung Amerikas stärkte des Weiteren die Stellung von Sevilla, die dank des Zugangs zum Meer über den schiffbaren Guadalquivir den bedeutendsten Handelsschiffen als Hafen diente und das Casa de Contratación, das wichtigste Handelshaus des Reiches von Isabella, die Katholische und später von Karl V. beherbergte.
In den Anfängen des 17. Jahrhunderts stellte Sevilla die dritte Stadt der westlichen Welt hinsichtlich der Bevölkerungsdichte und des wirtschaftlichen Reichtums dar, doch wurde ihre sich ständig steigernde Entwicklung durch die Versandung des Guadalquivir und die verheerenden Epidemien gebremst, die kurz darauf ganz Europa erschütterten.
Nach zwei Jahrhunderten, in denen die Stadt größtenteils als Urlaubsort bekannt war (die Handlung der ‘Carmen’ von Bizet spielte hier), rückte Sevilla mit der namhaften Weltausstellung im Jahr 1929 über kurze Zeit erneut in den Mittelpunkt weltweiten Interesses, bevor sie die Gewalt des Bürgerkriegs und der Franco-Diktatur erleiden musste.
Das neue, anlässlich der EXPO realisierte Stadtbild kommt in den wundervollen Plaza de España und Plaza de America zum Ausdruck, wobei der Weltausstellung vom Jahr 1992 - bei der der hundertste Jahrestag der Entdeckung Amerikas gefeiert wurde – die Neugestaltung Sevillas mit avantgardistischen Gebäuden, der Alamillo-Brücke, die zu dem Technologischen Park des Kartäuserklosters führt, und der Hochgeschwindigkeits-Bahnstrecken zu verdanken ist.
Heute weist Sevilla ein perfektes Gleichgewicht zwischen Vergangenheit und Modernität auf, das von dem ausgedehnten, größtenteils als Fußgängerzone gestalteten historischen Zentrum und der futuristischen U-Bahn-Linie 1 bezeugt wird, die sich über 22 km erstreckt und jede Ecke der Stadt erreicht.
Autor:Nozio
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