Geschichte und Kultur Sankt Petersburg: Reiseführer Sankt Petersburg: Russland - Nozio 0%


Reiseführer von Sankt Petersburg, Russland


Autor: antonkudris





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Sankt Petersburg Geschichte Und Kultur, Russland

Peter der Große gründete diese Stadt aus dem Nichts, als er an einem Tag im Mail 1703 die Schweden an der Mündung der Newa schlug und ausrief „Hier muss eine Stadt entstehen“. Und an dieser Stelle, in einem schlammigen Sumpfgebiet am Golf von Finnland, verwirklichte Peter der Große, ein genialer Schiffs- und kompetenter Städtebauer, der das Meer liebte und von der Idee besessen war, die erste russische Flotte zu gründen, seinen Traum. Er nannte die Stadt zu Ehren seines Schutzpatrons Sankt Petersburg und machte daraus eine riesige Hauptstadt.

Es ist eine grandiose Kunst- und Kulturstadt mit einer glorreichen und tragischen Geschichte, wie sie nur Russland haben kann. Sankt Petersburg war im Laufe der Jahrhunderte Zeuge vieler Ereignisse und ist heute zweifelsohne die schönste Stadt der Russischen Föderation.

Aufgrund eines Volksentscheids wurde 1991 der Stadt ihr ursprünglicher, 288 Jahre alter Name Sankt Petersburg zurückgegeben, nachdem sie jahrelang Petrograd (vom 18. August 1914 bis zum 26. Januar 1924) und Leningrad (vom 26. Januar 1924 bis 6. September 1991) geheißen hatte.

Im Jahre 1712 wurde sie zur Hauptstadt ernannt, und Peter der Große ließ sich im Städtebau durch Holland und Amsterdam inspirieren und stattete Sankt Petersburg mit prächtigen Palästen aus. Der Zar begann mit den Bauarbeiten auf der Insel Petrogradskaja, auf der er die Peter-und-Paul-Festung errichten ließ. Es folgten die Schiffswerften der Admiralität, die mit ihrer unverkennbaren goldenen Turmspitze noch heute das Symbol der Stadt ist. Schließlich erbaute er den Winterpalast, in dem sich heute die Eremitage befindet.

Das raue Klima in Sankt Petersburg, Überschwemmungen, Eis und der Schlamm der Baustellen prägten das Leben in der Stadt. Aber Sankt Petersburg war schon zu dieser Zeit die Wiege der russischen Kunst und Kultur, trotz der grauenvollen Verschwörungen, die das Leben am Hofe der Zaren mit Blut beflecken und ihre Nachfolge bestimmen sollten.

Zaren und Zarinnen brachten großen Luxus und zugleich große Tragödien nach Sankt Petersburg.

Die Zarin Anna (1730 -1740) erklärte Sankt Petersburg erneut zur Hauptstadt und machte daraus den Vorposten des modernen Europas im alten Russland. Sie umgab sich mit französischen Höflingen, deutschen Ministern, italienischen Architekten und Künstlern. Ihre Nachfolgerin Elisabeth (1741 – 1761) beauftragte einen Architekten ihres Vertrauens, den Italiener Bartolomeo Rastrelli, damit, die Stadt im Stil des Barocks der italienischen und französischen Höfe zu verschönern. Der Winterpalast und der Katharinenpalast in Zarskoje Selo sind das Werk Rastrellis. Dann betratt Katharina die Große die Bühne (1762 – 1796). Sie war blutrünstig wie ihre Vorgänger, aber dennoch eine geniale Politikerin, raffinierte Denkerin und Innovatorin und öffnete dem Zeitalter der Aufklärung die Tore Russlands. An ihrem Hof empfing sie Diderot, tauschte Barock in Neoklassizismus aus und beauftragte die italienischen Architekten Antonio Rinaldi und Giacomo Quarenghi sowie den Franzosen Vallin de la Mothe. Mit Katharina II erreichte die ungezügelte Sammelleidenschaften der Zaren den Höhepunkt: Sie ist der Ursprung der Eremitage, eines der reichsten Kunstmuseen der Welt. Bis zum Ende ihrer Herrschaft förderte die Zarin die Literatur, Musik und Wissenschaft sowie die Kunst. Dabei konnte das ausgenutzte, versklavte Volk, das in einer erbärmlichen Armut lebte, nur zusehen.

Auf Katharina folgten weitere Zaren und Revolten, zunächst offizielle Aufstände des Heeres, später immer häufiger Volksunruhen. Unter Nikolaus I schuf Carlo Rossi, ein weiterer großer italienischer Architekt, neue städtebauliche und architektonische Werke. Währenddessen wurden die menschliche Misere und das schwierige Leben in den Werken der großen russischen Schriftsteller verewigt, die Sankt Petersburg zu ihrem Wohnsitz machten. Dazu gehören auch Puschkin, Gogol und Dostojewski. Es folgten Nikolaus II und die Duma, ein Hoffnungsschimmer demokratischer Erneuerung. Für diese Erneuerung war es bereits zu spät und die Revolution brach aus. Die Ereignisse überschlugen sich, zwielichtige und skrupellose Charaktere wie Rasputin schadeten dem Ruf der Zaren.

1914 wurde Sankt Petersburg zu Petrograd und im Jahre 1924 unter Stalin in Leningrad umbenannt. Im Zuge politischer und intellektueller Säuberungsaktionen gingen Kunst und Künstler in das Eigentum des Staates über.

Es folgten die zwei Weltkriege:

Im zweiten widerstand Leningrad 45 Tage der deutschen Belagerung. Es starben 800.000 Menschen, die Stadt war jedoch im Widerstand erfolgreich und wurde fortan die „Heldenstadt“ genannt. Es folgten dunkle Jahre der Zensur jedweder Aktivitäten. Die einzige mutige Stimme ist die der Anna Achmatova (1889 – 1966), einer hervorragenden Dichterin, die zum Symbol der Freiheit in der Nachkriegszeit geworden ist.

In den Neunzigerjahren des 20. Jahrhunderts erfolgten der Zerfall der Sowjetunion und die Wiedergeburt von Sankt Petersburg, das seinen alten Namen wieder annahm und sich den Ruf als Hauptstadt des Verbrechens einhandelte. Überall entstanden neue Baustellen, das intellektuelle und wirtschaftliche Leben erfuhr eine Blütezeit, und zu ihrem 300. Jahrestag verfügte Sankt Petersburg, die Heimatstadt Wladimir Putins, über ausreichend Ressourcen zur Restauration, Verschönerung, Innovation und Wiederherstellung ihres ursprünglichen Glanzes. Heute ist Sankt Petersburg eine faszinierende Stadt mit vielen Widersprüchen, in der Geschichte, Kunst und Moderne zu einem Unikum verschmelzen, das Sankt Petersburg immer gewesen ist.

Autor:Nozio



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