Geschichte Turin: Reiseführer Turin: Italien - Nozio 0%


Reiseführer von Turin, Italien


Autor: Elisa








Turin Geschichte, Italien

Einst Hauptstadt des italienischen Königreichs und Sitz des ersten italienischen Parlaments, geht der Ursprung von Turin bis ins Jahr 27 vor Christus zurück, als durch Kaiser Julius Cäsar die Stadt Augusta Taurinorum gegründet wurde.

Solide und strukturiert und gezeichnet durch die typisch kaiserlichen Geometrien und senkrecht gekreuzten Straßen, erlitt die Stadt heftige Einfälle durch die Langobarden und verschiedenen Regentschaften, bis sie um das Jahr Tausend zur autonomen Mark wurde.

Beherrscht von Bischöfen, die sie in ein kirchliches Fürstentum verwandelten, befreite sich die Stadt dank dem Einfluss reicher Grundbesitzer, Banken und Händler von der klerikalen Macht, während die Piazza Palazzo di Città in der Nähe des Markts zum Herz des wirtschaftlichen und politischen Treibens im Italien der Stadtstaaten wurde.

Als 1280 die Fürsten von Savoyen, eine einflussreiche Dynastie, die sich im Königreich von Burgund behauptet hatte, an die Macht traten, endete die Herrschaft der Stadtstaaten und Turin stieg in Kürze zu einem wichtigen Mittelpunkt empor. In diesen Jahren kam es zur Gründung der Universität und der zukünftigen Wirtschafts- und Verwaltungssitze des Savoyischen Herzogtums.

Mit dem Untergang von Chambery, der ursprünglichen Hauptstadt der Savoyen, erlangte Turin immer mehr an Bedeutung, bis die Stadt nach dem Traktat von Chateau- Cambresis im Jahr 1563 deren Platz einnahm. Emmanuel Philibert, ein glorreicher Kriegsfürst, erbaute augenblicklich die Hochburg und verwandelte den einstigen Bischofspalast in den noch heute bestehenden Königspalast, der Sitz seines Hofes wurde.

Die Herrschaft der Savoyer, die die Leitung der Stadt übernahmen, führte durch den Bau der Nuova Galleria, des Regio Parco und von Mirafiori zur Ausdehnung und Verschönerung von Turin. Die erstaunliche Entfaltung der Stadt erlitt eine brüske Verlangsamung durch die Pest von 1630 und aufgrund der Zuspitzung der Kontraste mit dem benachbarten Frankreich.

Als im Jahr 1663 Karl Emmanuel II auf den Thron stieg, nutzte Turin den Frieden und begann mit dem Bau der Venaria Reale, wobei die brillante Baukunst des Architekten Guarino Guarini zur Schaffung von Werken wie dem herrlichen Palazzo dei Savoia- Carignano, der Kapelle, in der heute das Grabtuch verwahrt wird, und der Kirche San Lorenzo führte.

Als Turin während dem spanischen Sezessionskrieg von den Franzosen belagert wurde, konnte sich die Stadt 1706 dank dem Eingriff von Viktor Amadeus und seinem Cousin Eugen von Savoyen, einem der fähigsten Generale des achtzehnen Jahrhunderts, retten. Das war die Zeit der heroischen Geste des Pietro Micca, der sein Leben opferte, indem er in den unterirdischen Galerien der Hochburg die Schwarzpulverfässer entzündete, um so den Einfall der Franzosen zu verhindern. Eben diesem Pietro Micca ist eine der schönsten Straßen der Stadt gewidmet.

Während dem Utrechter Traktat von 1713, welches den Frieden besiegelte, wurde das Herzogtum zum Königreich von Sardinien ernannt. Es waren die Zeiten von Viktor Amadeus und der fantastischen Baukunst des Filippo Juvarra, einem Talent für italienischen Barock und Bauherr der Basilika Superga und der Kirche Chiesa del Carmine, der Militärbauten und des königlichen Jagdschlosses Stupinigi.

Nach einer kurzen Napoleonischen Herrschaft —, im Laufe welcher die Stadtmauern geschleift, die ehemalige Galerie von Piazza Castello zerstört und sämtliche kirchlichen Güter vom französischen Staat übernommen wurden — kehrte Turin nach dem Wiener Kongress von 1815 erneut in den Besitz von Viktor Emmanuel I von Savoyen zurück.

Zu Beginn der Restauration erlebte die Stadt die ersten Volksbewegungen der Carbonari und des Aufstandführers Mazzini, die die politische Szene bewegten und den Konflikt mit dem Kaisertum Österreich verschärften. So entstand das Risorgimento, welches durch die Savoyische Dynastie, die schlaue Diplomatie des Grafen Cavour und das Heldentum von Giuseppe Garibaldi im Jahr 1861 zur Einigung Italiens führte, wodurch Turin für eine kurze Zeit zur Hauptstadt Italiens ernannt wurde.

Als schließlich die Leitung des Landes zuerst an Florenz, dann an Rom abgetreten wurde, verlor Turin ihren Status, ihre staatliche Bürokratie und den Reichtum, den sie zuvor genossen hatte. Erst der Bau von Fabriken und Werkstätten rettete di Turiner damals vor einer schweren Wirtschaftskrise. Die entscheidende Unterstützung der Gemeinde in der Steigerung der Infrastrukturen, die große Ausstellung im Stadtpark Valentino (1884), die Gründung der Autofabrik FIAT und der Filmindustrie schufen die Grundlagen für den neuen Aufschwung von Turin zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts.

Zumindest bis zur erneuten Depression nach dem großen Krieg wurde die Stadt in ein modernes Industriegebiet verwandelt, was eine konstante produktive und demographische Entwicklung mit sich führte. In den Zwanziger Jahren führte der Faschismus einerseits zu gesellschaftlichen Konflikten zwischen der Regierung und den Arbeitern, war aber andererseits durch seinen anfänglichen Dynamismus und Unternehmungsgeist nützlich für die Bilanzen der Autofabrik FIAT, denn er lockte zahlreiche Gastarbeiter aus Venetien und Süditalien nach Turin.

Und es ist genau die Einwanderung, die direkt nach dem zweiten Weltkrieg und nach den heftigen Kämpfen zur Befreiung der Stadt vom Nazifaschismus, das Leben der Stadt Turin bestimmt hat. Sie führte vor allem zu bedeutenden strukturellen Veränderungen durch die unvermeidliche Entstehung enormer Stadtviertel mit Sozialwohnungen für die vielen neuen Arbeiter von FIAT, Lancia und Olivetti.

Turin wurde zu einer der wichtigsten Industriestädte Europas mit fast einer Million Einwohnern und assimilierte die großen gesellschaftlichen Wandlungen, bis sie voll vom Boom der Sechziger Jahre und von den folgenden Krisen von FIAT aufgrund der drastisch steigenden Erdölpreise getroffen wurde. Kurz darauf kam es zu Gewerkschaftsbewegungen, die im so genannten Autunno Caldo (heißer Herbst) in einen gesellschaftlichen Aufstand mit dem abschließenden ‘Marsch der 40.000’ ausarteten.

Die folgende Beruhigung der gesellschaftlichen Konflikte und die Regierung der sozialistisch- kommunistischen Stadträte förderten den erneuten Aufschwung von FIAT und verwandelten Turin in eine Stadt des Dienstleistungsbereichs, in dem Dienstleistungen, Finanzwesen und Kultur die ausschlaggebenden Gründe für eine wirtschaftliche Entwicklung waren.

Heute ist Turin eine elegante Stadt für Veranstaltungen wie die Olympischen Winterspiele von 2006, den Salone del Gusto und zahlreiche weitere Events und vor allem eine multiethnische Stadt, die sich mit der schwierigen Realität der Einwanderung messen muss, welche eine unbestreitbare Ressource und eine große Herausforderung in Bezug auf die soziale und wirtschaftliche Integration ist.

Autor:Nozio



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